Max und Moritz als Senioren
Ach muss man doch von bösen
Buben hören oder lesen!
Schlagzeilen, oft kaum zu fassen:
„Titisee nachts abgelassen“
„Schnee vom Feldberg frech gestohlen:
Nun muss man ihn teuer holen“
Und es sind nicht nur die Jungen,
nein, auch Alten ist gelungen,
sich als Strolche durchzuschlagen
bis zu ihren späten Tagen.
Max und Moritz heißen sie,
längst in Rente, aber wie!
Menschen necken, Ämter quälen,
andern Zeit und Nerven stehlen –
ja das könne beide prächtig,
und sie sind schon 66!
Von den Taten ahnt, genau,
niemand bei der DRV.
Drum hab ich, was sie so trieben,
säuberlich hier aufgeschrieben.
Erster Streich: Ei, ei, ei, die Hühnerfarm
Mancher gibt sich große Müh
mit dem lieben Federvieh.
Meistenteils der Eier wegen,
welche diese Vögel legen,
und zwar, weil das Huhn in Masse
füllt des Hühnerfarmers Kasse.
Deshalb lebt’s oft, c’est la vie,
in der Legebatterie,
legt dort täglich Ei um Ei
und dann kommt der Tod herbei.
So ein Käfighuhn ist arm.
Reich wird nur die Hühnerfarm
Max und Moritz dachten nun:
Was ist da jetzt wohl zu tun?
Denn die beiden alten Knaben
wollten das nicht länger haben:
„Hühnerfreiheit unser Ziel!“
„An des Huhns Glück liegt uns viel!“
Nein, nach Bosheit klingt das nicht.
Doch als Max zu Moritz spricht:
„Moritz, Alter, he, man sollte
diesem Hühnerfarmer Bolte
nachts mal ‚nen Besuch abstatten“ –
sind’s die Strolche, die wir hatten.
Nur: bei Bolte einzubrechen,
braucht es mehr als einen frechen
Mund, man braucht auch Kondition,
und die fehlt den Rentnern schon.
Ächzend stehen sie vorm Zaun:
Oh, das schaffen beide kaum.
Aber Moritz, nicht verlegen,
weiß von andern guten Wegen,
effektiv der Farm zu schaden
und das Huhn befreit zu haben.
Listig, ja, man sieht’s hier schon:
Moritz greift zum Telefon,
ruft beim Amt an, spricht von schlimmen
Zuständen im Stalle drinnen,
sagt: „Und schuld ist Bolte nur!“
Das bringt’s Amt gleich auf die Spur:
Tags drauf wird die Farm geschlossen!
Keine Träne wird vergossen,
denn vom Amt die Kontrolleure
fanden doch tatsächlich schwere
Mängel dort an der Hygiene.
Das heißt: Freiheit für die Hähne
und fürs ganze Federvieh.
Gackernd freut es sich, und wie!
Sehr erbost hingegen grollte,
klar, der Hühner-Farmer Bolte
vor den Schranken des Gerichts -
doch genützt hat es ihm nichts.
Dieses war der erste Streich,
und der zweite folgt sogleich!
Zweiter Streich: Der Hühnerschmaus
Als den Hühnerfarmer Bolte
man aus dem Gefängnis holte,
wo er, der so pflichtvergessen,
vierzehn Wochen abgesessen,
dachte er so hin und her,
dass es wohl das Beste wär',
jenes Huhn, das ihm noch blieb,
weil’s zur Insolvenz verschied,
ganz im stillen und in Ehren
schön gebraten zu verzehren.
Ja, sein Appetit war groß,
als er es so nackt und bloß
ausgebeint und filetiert
für ein Festmahl präpariert.
„Alles hab ich überstanden“
dachte Bolte: „Diebesbanden,
Hühnerpest, Geflügelgrippen,
Eier, die vom Laster kippen –
gar nichts konnte meinem Laden
pekuniär-geschäftlich schaden!
Erst die beiden Alten jetzt,
weil sie mich beim Amt verpetzt,
legten frech das Handwerk mir.
Teufel, das ist kein Plaisier.
Irgendwie muss ich mich rächen!“
So hört man Herrn Bolte sprechen.
„Doch zuerst kommt jetzt das Essen!“
Oh! Schon gießt er selbstvergessen
rund ums Hähnchen einen Riesling.
Kochen kann er ja, der Fiesling.
Max und Moritz rochen dieses;
"Schnell aufs Dach gekrochen!" hieß es,
denn so steht’s in Buschs Geschichten,
dass sie es von oben richten.
„Moritz, hej, nach dem Huhn lechz ich!“
Doch … sie sind halt 66!
Was zur Folge, dass die beiden
übel auf der Strecke bleiben.
Ihre Fitness ist perdu.
Bumms, am Boden liegen sie!
Denn die beiden schlaffen Alten
können kaum die Leiter halten,
und die stürzt deshalb, zu dumm,
mit den wack‘ren Helden um.
Angelockt von diesem Krache
schaut Herr Bolte rauf zum Dache,
denn auch ihm ist ja bekannt:
Oben könnte eine Hand
mit der Angelrute warten
um heraufzuziehn den Braten:
Schnupdiwupp, da würd’ nach oben
dann sein Huhn herauf gehoben,
wie es Wilhelm Busch einst schrieb.
Bolte denkt: Wo ist der Dieb?
Und er schaut gespannt zum Dach.
Währenddessen, immer wach,
haben Max und Moritz Muße,
leise und auf flinkem Fuße
durch die Glas-Terrassentür
reinzuschlüpfen. Mit Gespür
für den leckren Hähnchenbraten
brauchen sie nicht lang zu raten:
Hier geht es zur Küche rein!
Zugegriffen! Das riecht fein!
Und mit Boltes letztem Hahn,
dem in Wein und Sauerrahm,
sind die beiden unumwunden
durch die Gartentür entschwunden.
Bolte, der von draußen kommt,
merkt den Diebstahl, und zwar prompt.
Angewurzelt steht er da,
nichts mehr in der Pfanne war,
nein, das Brathuhn, einfach fort!
"Spitz!!" -das ist sein erstes Wort -
"Oh, du Spitz, du Ungetüm!!
Aber wart! ich komme ihm!"
Wie, vom Hund war doch bisher
nicht die Rede, bittesehr?
Nein, genau, in diesem Fall,
geht es schlicht ums Personal.
Spitz, so heißt sein Altgeselle,
und den wünscht er nun zur Hölle
mangels anderer Ideen,
Täter sind ja nicht zu sehen.
Max und Moritz im
Verstecke
schnarchen derweil
in der Hecke,
und vom ganzen
Hühnerschmaus
Guckt nicht mal ein Bein heraus.
Ihnen war’s egal, na klar,
dass es niemals BIO war…
Dieses war der zweite Streich,
und der dritte folgt sogleich.
Dritter Streich:
Wie der Designer kann’s keiner?
Jedermann im Städtle kannte
einen, der sich Böck benannte.
Er empfand sich als Designer
und so gut als wie sonst keiner.
Bunte Blusen, Maxiröcke,
runde Hüte ohne Ecke,
Herrenhosen ohne Taschen,
Schuhwerk nur aus Kork von Flaschen,
alle diese Kleidungssachen
konnte der Designer machen,
und in modischen Journalen
sah man ihn stets heftig prahlen:
„Ohne Meister Böckens Moden
Läg‘ der Chic doch längst am Boden.“
Allerdings: In der Gemeinde
hat er keineswegs nur Freunde,
denn die Sachen, die er machte,
führten dazu, dass man lachte.
Viele hielten Meister Böck
nur für einen Mode-Geck,
Öfter hieß es: „Oh, ich warne
vor dem Lagerfeld für Arme.“
Und auch Max und Moritz dachten,
was sie Freches mit ihm machten.
Passend vor des Meisters Hause
fließt ein Wasser mit Gebrause,
übers Bächle führt ein Steg
und darüber Böckens Weg,
wenn er morgens gegen zehn,
nach dem Morgenblatt zu sehn,
frisch gewaschen parfümiert
zu dem Briefkasten stolziert.
Er liegt halt gern lang im Bett,
freut sich dann auf die BZ.
Max und Moritz, gar nicht träge,
sägen nun mit einer Säge,
ritzeratze! voller Tücke
in die Brücke eine Lücke.
Auch wenn sich die beiden Alten
dabei oft den Rücken halten,
denn ihr Rheuma ist beim Säge‘
irgendwie doch sehr im Wege.
Als nun diese Tat vorbei,
machen sie gleich ein Geschrei:
"He, heraus, Designer Böck!
Schau, ein neuer Mode-Gag!"
Denn sie hüllten voller Wonne
ein Designkleid um die Tonne,
die ansonsten man nur füllt
mit all dem, was ausgemüllt.
Alles konnte Böck ertragen,
Ohne nur ein Wort zu sagen;
aber als er dieses hört,
ist er schlechterdings empört.
Und schon ist er auf der Brücke.
Kracks, die Brücke bricht in Stücke!
Plumps, und des Designers Fuß
ist benetzt vom kalten Guss
jenes Bachs, den er stets mied,
weil die Sage ja verriet:
Wer in solch ein Bächle fällt,
ist zur Ehe auserwählt!
Dann muss man ein Mädle freien…
Dabei war Böck schon deren zweien
abgehauen nach zwölf Tagen!
(Wobei manche ja auch sagen,
dass es nur `ne Woche war,
letztlich ist das nicht recht klar.)
Doch es stimmt, dass alte Sagen
stets noch Wahrheit in sich tragen:
Auch wenn Meister Böck nicht wollte,
drei, vier Wochen später trollte
er sich, denn der Spruch ist wahr,
wiederum zum Traualtar.
Aber wehe, wehe, wehe,
wenn ich auf das Brautkleid sehe -
Böckens eigne Kreation.
Schrill und bunt, man ahnt es schon.
Ob das seiner Braut gefällt?
Wie lang wohl die Ehe hält?
Max und Moritz aber grinsten,
als sie nach dem Brautpaar linsten:
„Glück euch zwei’n auf allen Wegen!“
„Tja, die Ehe isch ein Sägen!“
Dieses war der dritte Streich,
und der vierte folgt sogleich.
Vierter Streich: Womit Lehrer rechnen müssen
Altbekannt ist der Beschluss,
dass der Mensch was lernen muss.
Aber ach, die Bildungskrise!
Keine macht sich breit wie diese,
und es jammern viele Leute:
Immer schlimmer wird es heute!
Pisastudie, Schülerschwemme,
überall, da brechen Dämme…
Doch auch schon in alten Tagen
gab es schlimmstes Schulversagen!
Rentner Moritz und auch Max
haben seither einen Knacks:
Denn der Schule Weisheit Lehren
wollten sie als Kind nie hören
und sind auch Jahrzehnte später
quasi Wiederholungstäter:
Denn der Lehrerstand, das passt,
ist den zwei’n seither verhasst.
Und so sinnen sie auch gleich
wiederum auf einen Streich.
Im Gymnasium ihrer Enkel
lehrt der Herr Professor Lämpel:
einer noch der alten Knaben,
die am Drill stets Freude haben.
Nun ist dieser alte Lehrer
von dem Tabak ein Verehrer,
doch er kommt in große Not.
In der Schule: Rauchverbot!
Und so sieht man in den Pausen
Lämpel flugs vom Schulhof sausen,
um fern aller Schüleraugen
an der Pfeife tief zu saugen,
was man ohne alle Frage
nach des Unterrichts Müh‘ und Plage
diesem stadtbekannten Mann
irgendwie auch gönnen kann.
„Dem was gönnen? Nie und nimmer!“
Max und Moritz sind wie immer,
wenn es gilt, sehr schnell zugegen,
Lehrern doch eins mitzugeben.
Und mit Hilfe ihrer Enkel
stehlen sie dem Herrn Lämpel
seine Pfeife, still und leise,
präpariern sie auf die Weise,
dass der Moritz aus der Tasche
zieht die Flintenpulverflasche,
und geschwinde, stopf, stopf, stopf,
füllen sie den Pfeifenkopf.
Heimlich wird‘s zurückgelegt,
und schon Lämpels Wunsch sich regt:
„In der Pause an der Hecken
lass ich mir mein Pfeifchen schmecken,
ohne dieses Schülerpack,
das nur aus auf Schabernack.“
Max und Moritz schaun gespannt,
warten, dass es angebrannt,
jetzt geschieht’s! Das Feuer an!
„Ach“, denkt sich der gute Mann:
„Keine Schüler weit und breit,
da wächst die Zufriedenheit!“
Rums, da geht die Pfeife los,
mit Getöse, schrecklich groß!
Lämpel tut es so erschrecken,
und er taumelt in die Hecken.
Sein Gesicht bis zu den Ohren
ist so schwarz wie bei den Mohren.
Wie? Ich höre, bitte sehr,
Mohren sagt man heut nicht mehr?
Ja schon gut. Des Haares Schopf
Ist verkohlt bis auf den Kopf.
Er ist derart angebrannt,
dass nur eins hilft: Ruhestand!
Max und Moritz samt den Kindern
wurden somit klar zu Sündern,
doch ein Gutes hat das Ding:
Lehrer Lämpel, als er ging,
machte Platz, der Drill-Verehrer,
für moderne junge Lehrer.
Eins macht dies zudem noch klar:
Dass es wörterbildend war -
Nach dem Feuer in Pension:
heißt seither Burnout-Syndrom!
Dieses war der vierte Streich,
und der fünfte folgt sogleich.
Fünfter Streich:
Die Sache mit den Käfern
Wer in Dorfe oder Stadt
einen Onkel wohnen hat,
der sei höflich und bescheiden,
denn das mag der Onkel leiden.
Auch für Max und Moritz galt
dieser Wunsch, weil beide halt
als betagte ält’re Knaben
selber vierzehn Neffen haben.
Wenn die sagen: » Guten Morgen!
Habt ihr etwas zu besorgen? «
freun sich Max und Moritz stets,
schicken dann nach Butterkeks,
Spätburgunder, Illustrierten,
Käseweckle, frisch geschmierten,
und für Onkel Moritz sei
auch der Playboy noch dabei.
Oder kommt Max spät nach Haus,
zieh‘n sie ihm die Stiefel aus,
hol‘n Pantoffel, Schlafrock, Mütze,
dass er nicht im Kalten sitze -
kurz, ein Neffe sei bedacht,
dass er Onkeln Freude macht.
Soviel mal zur Theorie.
In der Praxis klappt es - selten…
Denn zwei Neffen ihrerseits
fanden darin wenig Reiz,
woraufhin sie etwas machen
über das nur sie erst lachten.
Käfer gibt es, die man Mais-
wurzelbohrer amtlich heißt.
In den Feldern hin und her
fliegt und kriecht und krabbelt er.
Beide Neffen, immer munter,
schütteln sie vom Blatt herunter.
In die Tüte von Papiere
sperren sie die Krabbeltiere.
Fort damit und in die Ecke
unter Maxs und Moritzs Decke!
Bald zu Bette geh‘n die beiden,
denn den Schlummer könn’n sie leiden,
schließen sanft die Augen zu,
und schon schlafen sie in Ruh‘.
Doch die Käfer, kritze, kratze!
kommen nun aus der Matratze.
Schon fasst einer, der voran,
Onkel Maxens Nase an.
»Je!« - schreit er - »Was ist das hier?!! «
und erfasst das Ungetier.
Und auch Moritz, voller Grausen,
sieht man aus dem Bette sausen.
»Autsch!!« - Schon wieder hat er einen
im Genicke, an den Beinen;
hin und her und rundherum
kriecht es, fliegt es mit Gebrumm.
Beide Rentner, in der Not,
hau‘n und trampeln alles tot.
Endlich! Gut! Jetzt ist's vorbei
mit der Käferkrabbelei!
Einer fällt noch tot vom Ohr.
Kommt uns das bekannt nicht vor?
Max und Moritz, beide müssen
sagen: Kinder, ja, wir wissen,
grad dies haben wir getan
einst mit Onkel Fritz, und dann
war im Dorf ein groß‘ Geschrei,
dass dies eine Untat sei.
Beide Alten müssen lachen:
wenn die Neffen heute machen,
was sie damals Fritze taten,
muss man nicht auf Häme warten!
Klug! Die Käfer, amtsbekannt,
bringen sie zum Umweltamt,
zeigen sie voll Stolz dort her:
„Unser Fang, hier, bitte sehr!“
Gleich belobigt sie die Leitung.
Tags darauf steht’s in der Zeitung:
„Rentner kämpfen Käfer nieder!“
Na, das freut die beiden wieder!
Dass die Tierchen aus den Kissen
kamen, muss ja niemand wissen…
Dieses war der fünfte Streich,
und der sechste folgt sogleich.
Der sechste Streich:
Ist denn schon Schluss?
Max und Moritz, alsogleich
käm‘ ja schon der letzte Streich!
Doch den wollen sie mitnichten
noch besteh’n. Nein, sie verzichten!
Ja, ihn schenken sich die zweie,
denn dann würden sie zu … Kleie.
So steht es im Original,
ich zitier das hier nur mal:
Freche Kerls, im Sack verschwunden,
welcher oben zugebunden,
schließlich in des Dorfes Mühle
in dem großen Mahlgestühle
rickeracke, rickeracke
von dem Mühlstein mit Geknacke
durchgeschrotet und am Ende
von dem Federvieh behände
mit Vergnügen flott verschlungen -
das klingt nicht so recht gelungen.
Klarer Fall, was unsre alten
Max und Moritz davon halten:
Zwar von altem Korn und Schrot
Sind sie, doch nur ungern tot.
Nein, die beiden Alten wissen,
wann sie Ruhe geben müssen,
und so bleiben beide gern
lieber allen Mühlen fern,
gehen - statt andre heim ins Reich -
reich ins Heim doch lieber gleich.
Wenn sie in der Abendsonne
Enkel schaukeln dann voll Wonne,
denken sie an ihre Taten,
die ja stets was Keckes hatten.
Immerhin, so finden sie,
was Herrn Boltes Federvieh
ganz bequem die Freiheit brachte
und Herrn Böck zum Gatten machte.
Gern auch denken beide dann
voller Heiterkeit daran,
dass sie Lämpels Schulkarriere
wegsprengt, als wenn’s nichts wäre.
Und am Ende, einerlei,
schön war auch die Käferei.
Kinder, hört man beide sagen,
ihr müsst Widerworte wagen,
dürft nicht immer, was von oben
festgelegt wird, auch gleich loben!
Glaubt nicht alles, was Behörden
Vorzuschreib’n nicht müde werden!
Klopft ruhig kräftig auf den Busch!
Und genau für den ein Tusch!
Von ihm stammt das Original,
und das Ende dort: fatal.
Für die zwei ging‘s böse aus.
Lernen wir da etwas draus?
Frechheit, doch mit Ziel und Maß
Ist am besten. „Ja, das war’s“.
Und sie zünden sich sodann
ganz beruhigt ihr Pfeifchen an,
spenden Greenpeace noch ein Sümmchen
und verspeisen dann ihr Hühnchen.
Woraufhin der Weise spricht:
Unschön ist dies Ende nicht!
Max und Moritz, alte Knaben -
Gut, dass sie die Rente haben!
Der Bonus-Streich:
Frechheit siegt!
Der Alex ist ein Populist.
Ihr wisst natürlich, was das ist:
Ein Populist, das ist ein Mann,
der viel verspricht und wenig kann.
(So etwas gibt es, ganz genau,
nicht nur als Mann, nein, auch als Frau.
Nur dass sie dann, wie jeder weiß,
nicht Alex, sondern Alice heißt.)
Doch das führt hier jetzt wohl zu weit.
Der Alex gern auf Demos schreit:
„Das Land ist völlig aus der Spur!
Es hilft nur eines: Deutschland pur!“
Das, was ihm fremd ist, mag er nicht.
Er ist halt nicht das hellste Licht.
„Es ist allein das deutsche Wesen,
woran wir genesen!“
Nicht mal den Rhythmus kann er halten!
Schon das stört mal die beiden Alten.
Denn schlechte Reime sind kein Klacks
für Moritz und auch nicht für Max!
Doch nicht nur, wie er so was sagt,
den beiden Rentnern nicht behagt,
auch was er von sich gibt, das ist
nichts anderes als dumpfer Mist.
Doch Alex macht das nichts. Oh weh,
er ist jetzt bei - man weiß es eh…
Es tönt von seinen Wahlplakaten:
„Wir können nicht mehr länger warten!
Die Politik versagt. Nur Schwindel!
Ich sage: Fort mit dem Gesindel!
Gebt mir bei dieser Wahl die Stimmen!“
Der sollte lieber nicht gewinnen,
ist Moritzens und Maxens Ziel.
Doch wie verhindern, dass zuviel
von Leuten, derart aufgehetzt,
den Alex wählen, und zuletzt
käm‘ Alex dann in kurzer Frist
ins Parlament, der Populist.
Max und Moritz darum dachten,
wie sie das unmöglich machten,
und sie fassten einen Plan.
Nächtens gingen sie ihn an,
klebten auf die Wahlplakate
eine Art Empfehlungskarte:
„Liebe Alex-Fans, geht nur
zu der Wahl nach 18 Uhr!
Da ist Wählen richtig toll,
denn dann ist’s nicht mehr so voll!“
Mancher hat sich dran gehalten,
an den Ratschlag der zwei Alten,
war (zu) spät am Wahllokal,
und er hatte …. keine Wahl!
„Stimmabgabe? Grad vorbei!“
Groß war darauf das Geschrei.
Max und Moritz aber lachten,
weil sie trickreich dies vollbrachten.
Richtig fair war es zwar nicht,
doch das fiel nicht ins Gewicht
für die Stimmung bei den beiden.
Nein, sie mochten ihn nicht leiden.
Alex aber, der schon träumte
von Karriere, tja, der schäumte,
denn er wurde nicht gewählt.
Zuviel Stimmen hab’n gefehlt,
was am Ende, das ist klar,
Schuld von Max und Moritz war.
Dies war ein ganz neuer Streich
und der letzte alsogleich.
Ausgeführt von Senioren,
die den Witz halt nie verloren…
Schließlich darf man auch die Alten
nicht für gänzlich blöde halten!
Kleine ungereimte Vorbemerkung
Wenn unsere Gesellschaft immer älter wird, wie es heißt, dann wird das auch an den bekannten Lausbuben nicht vorbeigehen. Und so habe ich für diese Version die KI zum Einsatz gebracht. Und zwar für die Illustrationen. Auf der Basis der Originalzeichnungen wurden Max und Moritz auf diese Weise ein ganzes Stück älter gemacht.
Ganz wichtig aber: Meine Reime sind zwar ausdrücklich mit KI gemacht, was in diesem Fall allerdings heißt: Klauss Intelligenz.
Ich wünsche viel Vergnügen!